Dieser Artikel wurde ursprünglich in der Sommerausgabe 2026 des Magazins Architecture Européenne veröffentlicht.
Nach vielen Jahren, in denen Arend & Fischbach Wohnprojekte in ganz Luxemburg realisiert hat, schlägt das Unternehmen ein neues Kapitel seiner Geschichte auf. Mit dem Bau unseres neuen Firmensitzes wurde die Zusammenführung unserer Teams an einem einzigen Standort Wirklichkeit. Das vom Architekturbüro AU21 entworfene Gebäude soll einen Ansatz des Bauens widerspiegeln, der zugleich selbstbewusst, nachhaltig und konsequent auf die Nutzung ausgerichtet ist.
Als echtes Arbeitsinstrument konzipiert, bringt der neue Firmensitz unsere Vorstellung von Architektur und Unternehmen zum Ausdruck: flexible Räume, durchdachte technische Lösungen, ein besonderes Augenmerk auf das Wohlbefinden sowie ein konkretes Engagement für Nachhaltigkeit.
Ein strategischer Standort und eine durchdachte Integration
Ideal zwischen Luxemburg-Stadt und der „Nordstad“ gelegen, bietet die Gemeinde Mersch ein dynamisches Umfeld und gewährleistet sowohl unseren Mitarbeitern als auch unseren Kunden eine besonders gute Erreichbarkeit. Dies ermöglicht angenehme und unkomplizierte tägliche Wege.
Mitten im Gewerbegebiet „Mierscherbierg“, das sich derzeit zunehmend zu einem Standort für den Dienstleistungssektor entwickelt, profitiert das Gebäude von einer strategischen und leicht erreichbaren Lage.
Unser Ziel war es, ein Gebäude mit einer klaren und bewusst reduzierten Kubatur zu entwerfen. Die Verkleidung aus Naturstein verleiht dem Gesamtbild eine beständige und zurückhaltende Materialität. Die Fassaden werden durch regelmäßig angeordnete Fensteröffnungen gegliedert, die dezent von Natursteinrahmen eingefasst werden.
An der Kreuzung der Straßen John W. Leonard und Edouard Kraus wird der Eingangsbereich durch einen auskragenden Gebäudeteil hervorgehoben, unter dem ein einladender Vorplatz entsteht.
Besondere Aufmerksamkeit wurde auch der Gestaltung der Außenbereiche gewidmet. Sie dienen nicht lediglich als dekorative Elemente, sondern bilden zugleich Pufferzonen zu den angrenzenden Grundstücken. Als echte Erweiterung der innenliegenden Aufenthaltsbereiche konzipiert, schaffen sie einen fließenden Übergang zur bebauten Umgebung.
Technische Präzision im Dienste der Flexibilität
Als Baufachleute war es uns wichtig, ein Gebäude zu schaffen, dessen technische Konzeption unsere Expertise umfassend widerspiegelt. Der Firmensitz erstreckt sich über zwei Untergeschosse, in denen unter anderem ein Netz von Ladestationen für unseren heute nahezu vollständig elektrisch betriebenen Fuhrpark integriert ist, sowie über drei oberirdische Geschosse. Diese sind so organisiert, dass funktionale, anpassungsfähige und komfortable Arbeitsbereiche entstehen.
Das Konzept ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Raumgestaltung und stellt sicher, dass sich die Flächen langfristig an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Bereiche für Zusammenarbeit, Einzelbüros, Besprechungsräume oder Open-Space-Arbeitsplätze können entsprechend den sich wandelnden Bedürfnissen unserer Teams problemlos neu organisiert werden.
Die Arbeitsbereiche verfügen über eine bemerkenswerte Raumhöhe von 3,06 Metern, die einen optimalen Einfall von Tageslicht ermöglicht. Das gebäudetechnische Klimakonzept nutzt die thermische Trägheit des Gebäudes: Aktivierte Sichtbetondecken sorgen für die Kühlung der Räume. Das Gebäude ist mit einer Wärmepumpe ausgestattet und kommt ohne fossile Energieträger aus. Die Lüftung ist dezent in abgehängte Decken und Doppelböden integriert, während gleichzeitig besonderes Augenmerk auf den akustischen Komfort gelegt wurde.
Ökologie und der Mensch als treibende Kräfte des Projekts
Unser ökologisches Engagement wird zudem offiziell durch die DGNB-Zertifizierung anerkannt. Neben dem passiven Wärmemanagement durch verstellbare außenliegende Sonnenschutzsysteme, die eine Überhitzung reduzieren, verfügt das Gebäude über eine mehr als 3.800 m² große Dachfläche mit Photovoltaikanlagen sowie einem System zur Regenwasserrückgewinnung.
Dieser nachhaltige Ansatz setzt sich auch im täglichen Betrieb fort. Durch ein konsequentes Abfallmanagement werden die Prinzipien der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes im täglichen Umgang mit dem Gebäude verankert und eine konsequente Verbindung zwischen der Planung des Projekts und seinem späteren Betrieb geschaffen.
Im Inneren standen Großzügigkeit, Transparenz und Komfort im Mittelpunkt. Die zweigeschossige Eingangshalle empfängt Besucher mit einem Empfangstresen in fließender Formensprache und Holzverkleidung sowie einem Wartebereich mit Blick auf einen gestalteten Garten. Die vertikale Erschließung des Gebäudes organisiert sich rund um einen zentralen Kern mit einer sorgfältig gestalteten Wendeltreppe, die durch Tageslicht von oben besonders in Szene gesetzt wird.
Die gesamte Innenausstattung und Möblierung wurde mit besonderem Augenmerk auf Ergonomie, Materialqualität und Nutzungskomfort ausgewählt. Natürliche Materialien, warme Texturen und ruhige Farbtöne tragen zu einer angenehmen Atmosphäre bei, die Konzentration und Wohlbefinden fördert.
Dieses Streben nach Wohlbefinden wird durch ein gezieltes Beleuchtungskonzept ergänzt. Die Leuchten wurden so ausgewählt, dass sie ein Licht erzeugen, das dem natürlichen Tageslicht möglichst nahekommt – ein Vorteil, der insbesondere während der Wintermonate spürbar ist.
Da Wohlbefinden für alle gewährleistet sein soll, wurden die Gemeinschaftsbereiche im Erdgeschoss entsprechend den Anforderungen des ADAPTH-Gesetzes gestaltet. Dadurch werden eine umfassende Barrierefreiheit und eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit für alle Mitarbeiter und Besucher gewährleistet.
Auch das bewusste Auflösen der Grenzen zwischen Innen- und Außenräumen trägt wesentlich zur Lebensqualität am Arbeitsplatz bei. Das Betriebsrestaurant öffnet sich unmittelbar zu einer Außenterrasse, während der Multifunktionsbereich im Untergeschoss – vorgesehen für Sport und Weiterbildung – einen direkten Zugang zu einem begrünten Innenhof bietet.
Loungebereiche auf jeder Etage ergänzen diese Aufenthaltsräume und fördern den informellen Austausch zwischen den Mitarbeitern.
Mit seinem neuen Firmensitz unterstreicht Arend & Fischbach eine anspruchsvolle und nachhaltige Vorstellung von Architektur, in der technische Kompetenz, Komfort und ökologische Verantwortung in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Mehr als nur ein Arbeitsplatz ist das Gebäude ein lebendiges und wandelbares Umfeld und verkörpert eine zukunftsorientierte Art des Bauens, bei der der Mensch, die Qualität der Nutzung und die langfristige Beständigkeit architektonischer Entscheidungen im Mittelpunkt stehen.






